Ist Euer Bauch ab und zu in Aufruhr oder ist er ein permanenter „trouble belly“?
Dann seid Ihr in bester Gesellschaft: Unser Bauch – und insbesondere unser Darm – ist ein extrem komplexes, schlaues und diffiziles Gebilde mit vielerlei Abhängigkeiten und Auswirkungen. Ab dem Punkt, wenn der Bauch in einen regelmäßigen, immer wieder kehrenden Aufruhr-Zustand kommt, sollte man genauer hinschauen.

In meinem Fall ist das leider viel zu spät passiert: Aus heutiger Sicht sind bereits ca 6 Jahre schleichender Leidensgeschichte vergangen. Rückblickend und mit dem Abstand ist natürlich immer vieles klarer, als zum jeweils aktuellen Zeitpunkt. In akuten Phasen überblickt man einfach Zusammenhänge oft nicht, die im Nachhinein aber völlig logisch erscheinen. Es fehlt manchmal ein entscheidendes Puzzleteilchen, eine wichtige Info, um den Gesamtzusammenhang zu begreifen. Oder eine kundige Person, die diese Zusammenhänge darstellen kann.

Nicht zuletzt deswegen habe ich diesen Blog begonnen. Um Zusammenhänge aufzuzeigen, die sich in meiner Leidensgeschichte dargestellt haben – aber auch um Mut zu machen, sich frühzeitig an die RICHTIGEN Ärzte und Therapeuten zu wenden – und sich, platt gesagt, nicht mit lapidaren Antworten oder gar dummen Sprüchen abspeisen zu lassen. Oder im besten Fall nur die Pauschalaussage „Reizdarm“ für einen jahrelangen, vielschichtigen Leidensweg als Diagnose zu kassieren.
Warum ich das extra erwähne? Weil es im Umfeld der vielfältigen Darmerkrankungen leider Standard ist. Ich habe es selber immer wieder erlebt oder von anderen Leidensgenossen|Innen gehört. Der Bauch wird unterschätzt, der Darm erst recht – und das ist das Problem. Wenn das Thema dann bei Medizinern auf Nichtwissen oder gar Unverständnis stößt, fangen die Probleme eigentlich erst an.
Ich versuche nun hier darzustellen, was mich persönlich betrifft und welche Informationen ich ausgrabe- aber auch Hinweis zu ähnlichen, anderen Erkrankungen zu geben, sofern ich davon Kenntnis erlange. Ich möchte betonen: Ich beine keine Medizinerin! Ich recherchiere und sammele Informationen im Rahmen meiner Möglichkeiten stets nach bestem Wissen und Gewissen und versuche, diese Erkenntnisse verständlich auf den Punkt zu bringen. Ich ersetze zu KEINEM Zeitpunkt den Fachmann oder die Fachfrau!
Die Ernährung spielt in ALLEN Fällen von „trouble belly“ eine enorm wichtige Rolle spielt. Hier können so viele Optimierungs-Schrauben gedreht werden – und das heißt nicht automatisch „schmeckt nicht“ oder „kompliziert“. Im Gegenteil. Die Idee ist stattdessen „lecker“ und „einfach“. Und das werde ich Euch mit meinen Easy-Rezepten ,aber auch in meinen persönlichen Tipps zeigen. Auch ich musste Vieles über die letzten Jahre an meiner Ernährung ändern. Aber wie heißt es so schön: Es nutzt ja nichts. Ich will, dass es mir gut geht. Und ich muss meinen aktiven Beitrag dazu leisten. Beim Essen anzufangen, ist wirklich das allereinfachste und schafft mehr als irgendein Medikament mit irren Nebenwirkungen. Da sind sich im Übrigen auch alle Darm-Fachmenschen einig. Immerhin.
Ihr findet bereits ein paar Rezepte auf meinem Blog. Es werden mehr und mehr – versprochen! Also schaut immer mal gerne vorbei 🙂 Auch auf Instagram zeige ich regelmäßig die Ergebnisse meiner persönlichen und meist spontanen privaten Küchenschlachten.
Wissen ist Macht! Wir müssen verstehen, was in unserem Körper und insbesondere unserem Bauch vor sich geht. Und welche irre komplexen Zusammenhänge zwischen dem Darm und vielen anderen Organen und Körperfunktionen gibt. Ich versuche hier so viele Tipps und Links wie möglich zu geben, schaut gerne auch mal in meine blogroll. Auch diese wächst stetig! Aber auch hier gilt stets: Alles ohne Gewähr! Ich übernehme keinerlei Verantwortung für anderer Leute Website.
Verstehen ist Pflicht! Wir müssen uns selber kümmern. Informationen sammeln. Fakten einfordern. Hinterfragen. Wissenslücken füllen. Zusammenhänge verstehen. In uns hineinhorchen. Und nicht überreagieren. Oder gar als machtloses Opfer fühlen.
Lesen bildet! Es gibt glücklicherweise inzwischen auch einige Bücher, die eine ganze Menge sehr gute Hinweise und Tipps liefern können: „Chaos im Darm“ von Günther H. Heepen ist so eines. Es liefert sehr sachdienliche Hinweise und pragmatische Therapieansätze zu zahlreichen Darmerkrankungen.
Was in meinen Augen wirklich in JEDE Hausbibliothek gehört – egal ob Bauchmensch oder nicht – ist natürlich das großartig geschriebene „Darm mit Charme„. Man lernt so irre viel über seinen Körper – und das in einer sehr vergnüglichen Art. Die wunderbare Giulia Enders hat ein einmaliges Werk geschaffen – Ihre Schwester Jill lieferte die putzigen Illustrationen dazu. Mehr dazu hier.

Auch das Buch „Darm an Hirn!: Der geheime Dialog unserer beiden Nervensysteme und sein Einfluss auf unser Leben“ liefert hoch interessante Erkenntnisse. Gerade habe ich den Autor, Prof. Dr. Thomas Frieling zum Thema Reizdarm gehört. Das Buch habe ich kürzlich angeschafft.
Es gibt natürlich noch Einiges mehr zu lesen – schaut doch auch mal hier.
Ich freue mich übrigens sehr über Feedback von Euch! Jede Info ist wichtig – wir müssen uns gegenseitig helfen.
Auf geht’s also, in die wunderbare, aber leider manchmal auch qualvolle Welt unseres Darms! Die Reihenfolge der Themen sagt natürlich nichts über die Relevanz aus sondern ist eher zufällig. Oder weil ein Thema mich gerade beschäftigt. Oder weil ich gerade neue Erkenntnisse gewonnen habe.
Ein ganz wichtiger Punkt ist übrigens noch offen… Die Zeit. Auch das kann man in allen Fällen sagen:
Zeit ist Gold! Wir müssen Geduld haben und oft die Zeit spielen lassen. Es gibt leider nicht die eine Pille, die unsere Beschwerden lindert und nach 2 Wochen ist alles gut. Viele Therapieansätze müssen versucht werden und ggf nach 4-6 Wochen als untauglich wieder verworfen werden. Man testet sich beispielsweise mit dem Therapeuten durch die unterschiedlichsten Probiotika auf der Suche nach der perfekten Zusammensetzung für die individuelle Darmflora. Das eine Probiotikum lässt den Bauch aufblähen, aber bis man den Zusammenhang herausgefunden hat, vergeht Zeit. Und dann wird das nächste Probiotikum probiert. Und ggf noch eines. Was dem einen hilft, ist schlecht für den anderen. Allein die Darmflora ist für sich schon ein diffiziles Gebilde – und bei jedem Menschen individuell ausgeprägt.
Man muß vielleicht auch detailliert jeden Tag Ernährungs-Tagebuch führen, um Auffälligkeiten zu entdecken. Das habe ich auch lange Zeit gemacht, um einen ersten Überblick und Gefühl für mich zu bekommen.
Es gibt einfach Vieles auf dem langen Weg, was Zeit kostet. Und Arbeit macht. Eines muß man sich deshalb immer wieder klar machen: Alles dient dem langfristigen Ziel, beschwerdefrei zu werden, ggf mit Symptomen zu leben , an schlechten Tagen nicht zu verzweifeln und zu neuer, vielleicht sogar besserer Lebensqualität zu finden!
Ich finde, das ist ein tolles Ziel – egal, wie lange es dauert.
Ich habe seit über 6 Jahren einen „trouble belly“ mit Diagnose Leaky Gut, ausgeprägter Mikrobiom-Dybalance, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und noch einigem mehr. Zwischendurch stand die Diagnose „Morbus Crohn“ im Raum. Ich stehe immer noch völlig am Anfang und immer häufiger kurz vor dem Verzweifeln – aber ich habe beschlossen, aktiv an die Sache heranzugehen.
In Kürze werde ich an dieser Stelle im Detail auf die verschiedenen Symptome und Darmerkrankungen eingehen.

