Was können Pastinaken? jetzt im Herbst kommt man fast nicht an ihnen vorbei, denn sie haben in den letzten Jahren den Weg bis in die Discounter gefunden. Meine erste Begegnung mit dieses hellen, möhrenähnlichen Dingern (nicht zu verwechseln mit Petersilienwurzeln!) hatte ich vor 20 Jahren in meiner damaligen Teilzeitheimat Lörrach.
Der samstägliche Gang auf den Markt in der City war Pflichtprogramm. Und Pastinaken waren im Herbst an jedem Bauernstand zu finden. Ich habe mich kurz aufklären lassen und gleich mal ein paar Exemplare mitgenommen – mit dem Ziel, eine Suppe zu kochen. Eine cremige Pastinaken-Suppe ist unglaublich einfach zu kochen und sehr lecker. Inzwischen experimentiere ich aber in alle möglichen Richtungen und bin insbesondere ein Fan von Röst-Pastinaken aus dem Ofen. Dazu an anderer Stelle mehr.
Aber was können Pastinaken? Wie gesund sie sie? Und wie schauts’s mit den Umweltwirkungen? Hier mal alles in aller Kürze:
Pastinaken sind so gesund, weil sie reich an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und darmfreundlichen Ballaststoffen sind, während sie gleichzeitig wenig Kalorien enthalten und besonders leicht verdaulich sind.
Das Wintergemüse liefert dem Körper wertvolle Energie und schont den Magen.
- Stärkung des Darmmikrobioms: Pastinaken enthalten die präbiotischen Ballaststoffe Inulin und Pektin. Diese dienen den guten Darmbakterien als Nahrung, unterstützen ein gesundes Mikrobiom und regen die Verdauung an. Das wiederum stärkt die Darmbarriere und verhindert Leaky Gut.
- Gut für Herz und Blutdruck: Mit ihrem hohen Gehalt an Kalium deckt schon eine Portion von 200 Gramm rund ein Viertel des täglichen Bedarfs. Kalium ist wichtig für die Regulierung des Blutdrucks und die Weiterleitung von Nervenimpulsen.
- Starkes Immunsystem: Die Wurzeln liefern reichlich Vitamin C – tatsächlich etwa doppelt so viel wie Möhren! – sowie wichtige B-Vitamine und Folsäure.
- Hervorragende Bekömmlichkeit: Da das Wurzelgemüse extrem magenschonend und leicht verdaulich ist, eignet es sich ideal für Menschen mit empfindlichem Magen und ist zudem eine der beliebtesten Zutaten für Babynahrung. Übrigens sind Pastinaken auch im Hundefutter bestens aufgehoben 🙂
- Sättigend bei wenig Kalorien: Dank der Kombination aus komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen halten Pastinaken lange satt, ohne den Blutzuckerspiegel hochzujagen. Mit nur etwa 60 bis 75 Kilokalorien pro 100 Gramm sind sie perfekt für eine bewusste Ernährung.
Aber auch die Nachhaltigkeitsaspekte können sich sehen lassen:
- Minimaler CO₂-Ausstoß: Da Pastinaken in Deutschland und Mitteleuropa flächendeckend auf Freifeldern wachsen, entfallen beheizte Gewächshäuser vollständig. Der CO₂-Fußabdruck liegt im Schnitt bei extrem niedrigen 10 bis 20 Gramm CO₂-Äquivalenten pro 100 Gramm Gemüse.
- Keine langen Transportwege: Die Hauptsaison erstreckt sich von Oktober bis April. In dieser Zeit kommt das Gemüse direkt vom heimischen Acker in den Handel, was Flugware oder lange Schiffsimporte überflüssig macht.
- Natürliches „Kühlhaus“ im Boden: Pastinaken sind absolut frosthart. Landwirte müssen sie im Spätherbst nicht zwingend ernten und aufwendig kühlen. Sie können den gesamten Winter über frisch nach Bedarf direkt vom gefrorenen Feld geerntet werden.
- Geringer Wasser- und Pestizidbedarf: Als robuste Pfahlwurzeln holen sich Pastinaken Wasser auch aus tieferen Bodenschichten. Zudem sind sie von Natur aus widerstandsfähig gegen viele Schädlinge, weshalb im konventionellen Anbau im Vergleich zu empfindlicheren Gemüsesorten deutlich weniger Pflanzenschutzmittel nötig sind.
- Weniger Lebensmittelabfälle (Food Waste): Die dicke Schale schützt die Wurzel optimal. Sie bleiben im Gemüsefach oder Keller wochenlang knackig, ohne weich zu werden oder zu schimmeln. Zudem müssen sie – wenn sie gründlich gewaschen werden – nicht einmal geschält werden.
Na? Habt Ihr Lust bekommen, mit Pastinaken zu kochen? Einfach mal ausprobieren! Und dranbleiben – demnächst kommen einige Rezepte 😉


