Scheinfasten kurz & knackig: Genussvoll essen und trotzdem von den gesundheitlichen Vorteilen des Fastens profitieren – was wie ein Widerspruch klingt, funktioniert und ist wissenschaftlich bewiesen. Das sogenannte Scheinfasten (Fasting Mimicking Diet) verspricht Zellverjüngung ohne den radikalen Verzicht auf Nahrung. Aber was ist Scheinfasten genau?
Das Prinzip: Den Körper austricksen
Das innovative Fastenkonzept wurde maßgeblich von dem italienischen Altersforscher Dr. Valter Longo an der University of Southern California entwickelt. Das Prinzip ist so genial wie simpel: Durch eine präzise abgestimmte, rein pflanzliche Nährstoffkomposition bemerkt der Körper nicht, dass ihm Nahrung zugeführt wird. Die zellulären Nährstoffsensoren schlagen nicht an, wodurch der Organismus trotz Mahlzeiten in den schützenden Fastenmodus schaltet. In Deutschland gilt vor allem der renommierte Ernährungsmediziner und Charité-Professor Dr. Andreas Michalsen als Pionier dieser Fastenmethode. Mit seinem Bestseller „Scheinfasten – mein Masterplan“ hat er das wissenschaftliche Konzept alltagstauglich übersetzt und im deutschsprachigen Raum populär gemacht.
So geht Scheinfasten: Das 5-Tage-Protokoll
Das Scheinfasten wird zyklisch durchgeführt und dauert exakt fünf Tage, gefolgt von einem Schontag (Refeeding) zur Normalisierung und für den Kostaufbau:
- Tag 1 (Der Übergang): Die Energiezufuhr wird auf rund 1.000 bis 1.100 kcal gedrosselt.
- Tag 2 bis 5 (Die Fastenphase): Eine strikte Reduktion auf etwa 700 bis 800 kcal pro Tag zwingt den Körper zur Umstellung und versetzt ihn in den Fastenmodus.
- Tag 6 (Der Übergang): Leichte Kost wie Suppen oder Reis bereitet den Magen schonend auf den Alltag vor.
Was kommt auf den Teller?
Der Schlüssel liegt in der Makronährstoff-Verteilung: Erlaubt sind reichlich Gemüse (z. B. Brokkoli, Spinat, Tomaten, Gurken etc.), Nüsse, Kerne und Samen, hochwertiges Olivenöl, zuckerarmes Beerenobst sowie Wasser und Kräutertees.
An den Fastentagen sollte reichlich getrunken werden. Streng verboten sind tierische Proteine, einfacher Zucker, Alkohol und verarbeitete Kohlenhydrate wie Nudeln oder Weißbrot.
Hier findet Ihr weitere tolle Informationen zum Thema:
- z.B. beim NDR und den bekannten ErnährungsDocs – Dr. Silja Schäfer erklärt das Prinzip und den Nutzen in der Schmerztherapie
- das Bundeszentrum für Ernährung (BZfI) schafft einen guten Überblick
- und hier ist die vollständige Studie von Dr. Valter Longo
Fotos: eigene, Oliver Rindelaub, Anna Pelzer auf Unsplash (Titelbild)