Wer Bauch hat, hat auch Rücken

von Yvonne

In meinem Fall brauchte es eine gewisse Zeit, diesen Zusammenhang zu erkennen. Erst meine großartige Hamburger Osteopathin (Spitzname: Zauberhände) konnte wirklich plausibel diesen Zusammenhang darstellen.

Als ich bei ihr landete, hatte ich – Dauerrückenleiderin – eine handfeste Blockade in der rechten Hüfte. Genauer des sogenannten Kreuz-Darmbein-Gelenks (von dessen Existenz ich vor 3 Wochen noch nichts wusste). Ich konnte mich wirklich kaum noch ohne Schmerzen bewegen. Das war eine neue Dimension. Und ich bin Rückenprobleme wirklich gewohnt: Der untere Rücken hat mich zum Yoga gebracht. Mache ich regelmäßig Yoga, habe ich ihn gut im Griff. Eine andere Baustelle ist der Schulter-, Nacken- und Halswirbelsäulen-Bereich. Hier liegt seit einem Auffahrunfall vor vielen Jahren ein leichter Bandscheibenvorfall vor und der Nacken tendiert dazu, hart wie Beton zu werden.

Im Falle des unteren Rückens wissen wir also nun, dass der Bauch eine entscheidende Rolle spielt: Ist der Bauch in Aufruhr, dann ist der Rücken immer auch ein Problem. Typisches Beispiel: Bei akutem „trouble belly“ schwillt mein Bauch enorm an, ist hart und steht stark unter Druck. Dieser Druck im aufgeblähten Dünndarm zerrt und drückt im gesamten Unterbauch. Dadurch, dass der Dünndarm mit Häutchen und Bindegewebe an der Wirbelsäule befestigt ist, herrscht hier also eine direkte Übertragung von Druck und Zugspannung. Den Rest kann man sich also leicht denken.

Natürlich wird auch die umliegende Muskulatur gestresst und verhärtet – insbesondere der Psoas-Muskel, unser Lendenwirbelmuskel, auch der „Seelenmuskel“ genannt. Hier lässt sich sehr gut mit Yoga ansetzen – ein tolles Video, das bei mir tatsächlich immer einen direkten Verbesserungseffekt hat, findet ihr hier. Auch dieser Beitrag liefert viele wichtige Informationen (hier wird auch der Zusammenhang zum Darm erwähnt) – sowie gezielte Übungen zur Stärkung dieses wichtigen Muskels.

Yin Yoga ist, wie ihr vielleicht schon wisst, seit einiger Zeit mein Lieblingsyoga, kann hier Einiges ausrichten: Die Kombination aus passiver Dehnung und Entspannung passen extrem gut zu der Problematik. Hierbei werden auch tieferliegende, feine Strukturen wie die Faszien aber auch das Nervensystem mit angesprochen. Aus dem Yin Yoga habe ich auch die Vorliebe für ein so genanntes Bolster entwickelt: Dieses schwere, längliche, dicke Kissen lege ich mir gerne unter die Wirbelsäule, aber auch quer über den Bauch. Der Druck von außen mildert den inneren Druck. Tolle Bolster in Bio-Qualität und „Made in Germany“ gibt es beispielsweise hier in der Yoga Box [Werbung, unbezahlt].

Auch ganz gezieltes Faszientraining, zum Beispiel mit der Blackroll Orange {Werbung, unbezahlt} kann hier helfen. Mit diesem Hilfsmittel lässt sich auch wieder sehr gut der Psoas-Muskel ansprechen.

Erste Maßnahme ist also, den Bauch wieder in Ruhe zu bringen und den schmerzenden Druck abzubauen. Das braucht erfahrungsgemäß oft ein paar Tage, die ich mit restriktiver Ernährung, entsprechenden Präparaten und Entspannungseinheiten mehr oder weniger schnell in den Griff bekomme. An diesen Tagen geht es mir oft insgesamt richtig schlecht, in harten Phasen konnte ich mich kaum mehr auf den Beinen halten (zu viele Nebeneffekte des Leaky Gut Syndroms). Erschwerend hinzu kommt, dass der Bauchdruck auch den Solar Plexus und damit das vegetative Nervensystem reizt.

Druck im Bauch ist also wirklich einer der schwerwiegendsten Effekt! Man mag es kaum glauben, was doofe Luft für Schmerzen und Leider erzeugt. Das Hauptproblem ist, dass sie nicht als „Wind“ REichtung Körperausgang entweicht – sondern im Darmtrakt verbleibt und nur langsam absorbiert wird.

Mit längeren Esspausen (Intervallfasten), leichter Kost und Tee (Fenchel, Kamille) kann ich mir in der Zeit zusätzlich helfen.

Für die Entspannung setze ich spezielle Yogaübungen wie das oben erwähnte Yin Yoga und (inzwischen) auch verstärkt Meditation ein. Hier stehe ich aber noch völlig am Anfang und hoffe, zu einem späteren Zeitpunkt mehr dazu sagen zu können. Die Erfahrungen werden sicherlich ein eigenes Kapitel ergeben.

Mein Orthopäde hatte übrigens u.a. die akute Hüftblockade mit Tape behandelt. Vermutlich haben wir es zu lange kleben lassen, denn in der unteren Rückengegend kam es zu einem einen negativen Nebeneffekt – zu viel Stimulierung des „Innenlebens“. Wir vermuten, dass die Zugspannung den Darm extra gereizt und ihn „zickig“ gemacht hat. Falsches Essen hat dem Ganzen dann den Rest gegeben. Auch hier hat sich gezeigt: Ruhe und Entspannung in den Bauch bringen ist wirklich das Wichtigste.

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